Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken

Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken

 

Die Regierung hat auf ihrer gestrigen Mammut-Sitzung „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ einen 56-Punkte Maßnahmen- und Absichtserklärungskatalog zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Obwohl in der praktischen Umsetzung noch einige Fragen offen sind, die (hoffentlich) im weiteren Gesetzgebungsprozess geklärt werden, möchten wir Sie nachstehend schon kurz über einige der beschlossenen Maßnahmen informieren:

  

Absenkung der Umsatzsteuer

Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 soll der Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % und für den ermäßigten Satz von 7 % auf 5 % gesenkt werden. Dies sollte bereits frühzeitig bei der künftigen Rechnungsstellung eingeplant werden. Hier müssen Sie an die Programmierung Ihrer Registrierkassen und die Änderung Ihrer Rechnungsprogramme denken und ihre Eingangsrechnungen auf den verminderten USt-Satz hin überprüfen. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass für die Anwendung der abgesenkten Steuersätze das Leistungsdatum maßgebend ist.

 

Noch ein Hinweis an unsere selbstbuchenden Mandanten: Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung der Änderungen in Ihrer Buchhaltung benötigen (z.B. Auswahl der Konten oder Steuerschlüssel), so sprechen Sie uns gerne an.

  

Kinderbonus für Familien

Einmalig erhalten Eltern EUR 300,00 pro Kind. Für Alleinerziehende werden die Entlastungsbeträge in den Jahren 2020 und 2021 auf EUR 4.000 angehoben.

 

Degressive Abschreibung

Als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung mit dem Faktor 2,5 gegenüber den derzeit geltenden Abschreibungssätzen und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 eingeführt. Ob dies nur für Neuanschaffungen oder auch für bereits getätigte Investitionen gilt, muss noch geregelt werden.

   

Überbrückungshilfen

Erstattung eines Teils der fixen Betriebskosten für kleine und mittelständische Unternehmen auf Antrag.

 

Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in den Monaten April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 fortdauern und um mindestens 50 % unter den Vorjahreszahlen liegen.

 

Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden.

 

Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate.

 

Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.08.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020. Wann die Bestätigungen zu erbringen und einzureichen sind, bleibt noch zu regeln, bis zum 31.08.2020 dürfte das ja ein wenig schwierig sein…. Sicher ist jedoch, dass es in den nächsten Monaten von äußerster Wichtigkeit ist, Ihre Buchhaltungsunterlagen zügig und vor allem vollständig einzureichen, damit wir möglichst frühzeitig belastbare Zahlen haben und ggf. bestätigen können.

  

Corona-Rücklage

Voraussichtliche Corona-bedingte Verluste der Jahre 2020 und 2021 sollen mit Hilfe eine Corona-Rücklage bereits in den Steuererklärungen für 2019 angesetzt werden und die Steuerlast für 2019 mindern können.

 

 

Auszubildende

Prämien für Ausbildungsbetriebe von EUR 2.000 bzw. EUR 3.000, sofern das Ausbildungsangebot nicht verringert bzw. sogar erhöht wird.

 

Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird. Solche Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro.

 

Wo diese Prämien zu beantragen sind, muss noch geregelt werden.

  

Innovationsprämie

Erhöhung der Kaufprämie auf EUR 6.000 für E-Fahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von TEUR 40 und Erhöhung der Kaufgrenze auf TEUR 60 für die begünstige Versteuerung der Privatnutzung von E-Firmenwagen.

 

Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an, bedenken Sie aber, dass auch wir darauf angewiesen sind, dass Gesetzgeber und Verwaltung genauere Regelungen erlassen, um in allen Dingen rechtssicher Auskunft geben zu können.

 

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